Ein Blog über das 18. Jahrhundert.

Im Geschichtsunterricht lernen Schülerinnen und Schüler die Französische Revolution, den transatlantischen Sklavenhandel sowie den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kennen. Im Deutschunterricht werden Dramen und Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller gelesen. Im Religionsunterricht werden philosophische Ideen von Immanuel Kant und Gotthold Ephraim Lessing besprochen.
An vielen Ecken begegnen uns auch außerhalb der Schule Ereignisse, Texte und Personen die im 18. Jahrhundert verortet sind. Das Jahr 2024 ist hierfür ein sehr gutes Beispiel: Kant hat seinen 300. Geburtstag und wird mit einer Vielzahl an Festschriften, neuen philosophischen Texten und Sonderausgaben geehrt. In einigen Buchhandlungen entstanden so große Büchertische, in welchen das 18. Jahrhundert greifbar und sichtbar wird.
Die Aufklärung ist ein Teil des kulturellen Gedächtnisses und Diskurses.
Das öffentliche und mediale Interesse ist ebenso groß. Da verwundert es nicht, dass sich auch Politiker*innen immer wieder dem Begriff der Aufklärung, vor allem im Bezug auf die historische Epoche, zuwenden. Sie beziehen sich dabei vor allem positiv auf ein „Zeitalter der Philosophen und Dichter“.
So berief sich der amtierende Bundespräsident Frank Walter Steinmeier im vergangen Jahr 2023 auf die Epoche der Aufklärung. Er wandte sich an die anwesenden Historiker*innen bei seiner Eröffnungsrede des 54. Historikertages in Leipzig mit dem doppelten Begriff der Aufklärung: Etwas aufklären im Sinne von aufdecken und Aufklärer sein im Bezug auf die historischen Figuren der Aufklärung.

„Geschichtswissenschaft ist Aufklärung. Aufklärung ist das Lebenselixier der Demokratie. Seien sie
Frank-Walter Steinmeier, Rede zur Eröffnung des 54. Deutschen Historikertages am 19. September 2023 in Leipzig.
Aufklärer!“
Bezugnahmen wie diese des deuten die Aufklärung immer in einem bestimmten Licht: Ein helles Zeitalter der naturwissenschaftlichen Innovationen, der großen philosophischen Ideen und der literarischen Meisterwerke. Die Protagonisten sind, wenn auch unausgesprochen, männlich. Dieser Blog möchte sich dem annähern, was unter dieser Vorstellung der Aufklärung verbogen bleibt.
Der Blog möchte sich allen Phänomenen, Ereignissen, Personen und Menschengruppen des 18. Jahrhunderts widmen, die weder in der Schule noch in der Politik und nur vereinzelt auf den meist philosophisch dominierten Büchertischen auftauchen.
Denn das 18. Jahrhundert ist soviel mehr als philosophische Aufklärung. Es umfasst eine kaum zu begreifende Gleichzeitigkeit von Fortschritt und Rückschritt, von Menschenfreundlichkeit und Grausamkeit, von Weltoffenheit und Ausschluss. Und gerade auch eine Zeit, in der Frauen zunehmend Handlungsräume erhielten.
Ein Blog über das unbekannte18. Jahrhundert
Letztlich ist das 18. Jahrhundert ein Jahrhundert wie jedes Andere – auch wie das gegenwärtige 21. Jahrhundert. Der Blog möchte das vermitteln mit vielen kleinen Episoden, Anekdoten, kleinen und großen Ereignissen.
Aber auch zeitliche Auswirkungen in nachfolgende Jahrhunderte, unser Blick aus der Gegenwart auf die Zeit und wie die Aufklärung in Podcasts, Museen oder Büchern vermittelt wird. Mein Ziel ist:
Die Begeisterung für das 18. Jahrhundert, die Menschen die darin lebten und die Geschichten die darin passierten wecken.
